Daedalus Berlin - Historische Luftwaffen Technik



Luftwaffenmuseum Gatow E-Mail

An historischer Stätte, vor den Toren Berlins, liegt eine der größten Luftfahrtsammlungen der Welt. Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr - Flugplatz Gatow ist ein, leider oft unterbewertetes, Juwel unter den Fliegermuseen. Früher eine eigenständige Einrichtung, ist das Museum jetzt formell eine Abteilung des "Militärhistorischen Museums der Bundeswehr" in Dresden mit einem eigenen Standort in Berlin-Gatow.
mhm_berlin-gatow-logo.jpgDie Gatower Sammlung ist jetzt eingebunden in die Strukturen eines größeren Museums, bewahrt sich doch noch seine Eigenständigkeit. Mit einem neuen Logo ausgestattet zeigt sich Gatow nun bereit für die Zukunft.
Weil sich Mitarbeiter und die Sammlung selbst über Jahrzehnte weltweit einen hervorragenden Ruf unter dem Namen "Luftwaffenmuseum"  erworben haben, werden wir diesen hier auf den Daedalus-Seiten gelegentlich weiter verwenden, damit jeder weiß, von wem da die Rede ist.

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Ein Museum mit komplizierten Umfeldbedingungen


Während Sammlungen zur militärischen Luftfahrt in anderen Ländern vornehmlich eine direkte Linie von den Anfängen der Fliegerei zur heutigen Zeit verfolgen können, stellt sich die deutsche Militärluftfahrt als eine Historie mit schweren Brüchen dar. Das Luftwaffenmuseum kann keine Darstellung von Erfolgen sein. Weder der verlorene Erste Weltkrieg, noch die bescheidene, und weitgehend versteckte, militärische Luftfahrt der Weimarer Republik, bieten Anlaß zur stolzen Zurschaustellung. Noch schwieriger wird es, die Rolle der Luftwaffe in der nationalsozialistischen Diktatur darzustellen und zu erklären. Nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg gab es dann im Ostteil unseres Landes Luftstreitkräfte, deren politische und militärische Zielsetzungen mit unseren heutigen unvereinbar sind.
Vollends erschwert wird die Arbeit des Museums durch die Zielsetzung, die Militärfliegerei durch Einordnung in den historischen Zusammenhang der politischen und militärischen Gesamtentwicklung zu erklären. Diesem gewaltigen Ziel stehen eher bescheidene personelle und finanzielle Mittel gegenüber. So ist das Militärhistorische Museum - Flugplatz Gatow heute eine Institution im beständigen Werden. Ob wir jemals der hochgesteckten Zielvorstellung nahe kommen, steht zu bezweifeln, zu oft schon hat sich die Vorstellung über unsere Geschichte in den letzten Jahren gewandelt.
Das Museum entstand auch nicht aus der Einsicht heraus, dass es wichtig sei, die Geschichte der Luftstreitkräfte der Öffentlichkeit zu präsentieren und auch zu diskutieren, sondern es entstand aus privater Initiative eines Einzelnen auf dem Flugplatz Uetersen bei Hamburg. Dieses ungewollte Museum, das einmal als bescheidene Uniformsammlung begann, hat inzwischen gewaltige Ausmaße angenommen. Über 120 Flugzeuge und Hubschrauber sind zu besichtigen, neben vielen anderen Großexponaten, wie Fahrzeuge, Raketen und Radaranlagen.  Lageplan Gatow 
Die verlorenen Kriege führen auch zu Schwierigkeiten bei der Verfügbarkeit von Ausstellungsstücken. Zur Zeit vor 1945 sind in Deutschland keine vollständigen Militärflugzeuge verblieben. Die in Gatow und anderswo gezeigten Objekte sind, wenn Originale, seltene Rückgaben der Siegermächte, Lizenzbauten oder mehr oder weniger getreue Nachbauten. Diesem schmerzhaften Mangel wollte sich das kleine Team des Luftwaffenmuseums nicht beugen. Mit unerhörter Energie werden Absturzmaschinen des letzten Krieges aufgespürt, geborgen, und wenn möglich, restauriert. In Zusammenarbeit mit anderen Gruppen, die Ähnliches leisten, wird so versucht, das eine oder andere Flugzeug für spätere Generationen zu bewahren. Da die vorhandene Basis des Museums sehr schmal für solche Anstrengungen ist, leisten viele Mitarbeiter und Freunde des Museums noch Erhebliches in ihrer Freizeit.

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Die Sammlung Gatow ist einmalig auf der Welt

Unter diesen schwierigen Bedingungen ist in Gatow viel geleistet worden. Was dieses militärische Fliegermuseum allen anderen Sammlungen voraus hat, ist die direkte Gegenüberstellung der Luftwaffentechnik des Kalten Krieges. Luftfahrzeuge aus den Fünfziger Jahren, bis zum Ende der DDR, kann der Besucher nebeneinander vergleichen. Kein anderes Museum der Welt bietet eine derartige Vielfalt an Jets, Hubschraubern und Raketen der beiden großen Blöcke, wie sie Gatow zeigen kann. Ausführliche Beschreibungen auf Tafeln neben den Exponaten lassen die technischen und taktischen Unterschiede deutlich werden. Die technische Entwicklung von der Nachkriegszeit bis heute ist so hervorragend dokumentiert. Es bleibt zu hoffen, daß diese einmalige Sammlung, die von einigen Maschinen mehrere Varianten gleichzeitig präsentieren kann, so im Zusammenhang erhalten bleibt.
Die meisten Großexponate befinden sich auf dem Freigelände des Flugplatzes, etwa auf den ehemaligen Startbahnen. Man sollte sich etwas Zeit nehmen, um alle Objekte besichtigen zu können, so ein Flugplatz ist größer als viele glauben. Im Hangar 3 sind die empfindlichen Ausstellungsstücke der Zeit vor 1945 zusammengefaßt. Star der Sammlung ist natürlich der originale Raketenjäger Me 163. In einem thematisch gesondert gefassten Nebenraum wird die Messerschmitt nebst begleitenden Exponaten und Dokumenten ausführlich präsentiert. In diesem Hangar befindet sich auch ein kleiner Shop für Snacks und Andenken.


Ein Rundgang durch das Luftwaffenmuseum

Nach diesen einführenden Bemerkungen machen wir uns jetzt endlich zu einem Rundgang durch das Militärhistorische Museum - Flugplatz Gatow auf.

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Lange bevor die Brüder Wright bewiesen, das der Motorflug mit Geräten schwerer als Luft möglich ist, wurde in Zukunftsromanen die militärische Anwendung der Flugmaschinen vorweggenommen. Mangels Interesse in ihrem Heimatland, boten die Wrights ihre Erfindung 1907 der deutschen Militärverwaltung zum Kauf an: 50 Maschinen sollten eine halbe Million Dollar kosten. Im September 1909 führte Orville Wright auf dem nahen Tempelhofer Feld sein Flugzeug, auch vor hohen Militärs, vor. Er trat damit eine rasante Entwicklung des Flugzeugbaues los, wie er es ein Jahr vorher schon in Frankreich getan hatte. Nur wenige Jahre später trafen die Nachfolger der Wrightschen Initialzündung beider Länder in Luftkämpfen aufeinander.
In einer Abhandlung von 1911 über die mögliche Militärtauglichkeit von Flugmaschinen für den Aufklärungseinsatz, wird deren Gefährlichkeit und Wetterabhängigkeit noch bemängelt. Die in Gatow, als sehr schöner Nachbau, gezeigte Taube, war das erste Flugzeug, dem man eine gewisse Zuverlässigkeit nachsagen konnte.
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Schon von den allerersten Anfängen der Militärfliegerei an ist das Zusammenspiel von technischen Neuerungen und deren Einfluß auf die Einsatzdoktrin und umgekehrt zu beobachten.   DaedalusDetail-RumplerTaube

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Oben: Mit der Fokker E III von 1915 konnte durch die Synchronisation von MG und Propeller direkt nach vorne geschossen werden, Damit wurde das gesamte Flugzeug zur Waffe und nicht nur Träger für bewegliche MGs.
Unten: Obwohl leistungsmäßig kein großer Sprung vorwärts, ist die Fokker Dr. I das vielleicht berühmteste deutsche Flugzeug des Ersten Weltkrieges. Ein Weltkriegspilot, der diese Maschine geflogen hatte, schwärmte noch 70 Jahre später beim Erzählen von ihrer einmaligen Steigfähigkeit. Alle in Gatow gezeigten Flugzeuge des Ersten Weltkrieges sind Nachbauten.

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Oben: Stärkere Motoren sollten die Flugleistungen verbessern, der Rumpf der Siemens-Schuckert D IV  DaedalusDetail-D IV  liegt kurz und gedrungen hinter dem mächtigen 160 PS-Motor. DaedalusDetail-Sh 3
Unten: Das vermutlich beste deutsche Jagdflugzeug des Ersten Weltkrieges, die Fokker D VII. Ihr Rumpfgerüst war aus Stahlrohren geschweißt - langsam gewinnt der Metallbau in Flugzeugen an Bedeutung. Diese Maschine war so robust, dass sie bis in die Dreißiger Jahre eingesetzt wurde, so auf dem Flugplatz Tempelhof in der berühmten Reklamestaffel der Trumpf Schokoladenwerke.

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Unten. Dieser Nachbau einer Junkers D.I zeigt den Beginn des Ganzmetall-Flugzeugbaues an, den Junkers gegen Ende des Krieges einleitete. Die beistehende Figur in Freikorps-Uniform deutet auf den Einsatz diese Types während der Grenzscharmützel zwischen Deutschland und Polen in den Zwanziger Jahren hin. Die Wellblechbauweise konnte später bei der F-13, dem ersten erfolgreichen Verkehrsflugzeug, genutzt werden.

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Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges war die Fliegerei „schwerer als Luft“ in Europa noch kein Jahrzehnt alt, hatte jedoch gewaltige Fortschritte gemacht. Die Bedingungen des Friedensvertrages legten der deutschen Luftfahrt strenge Reglementierungen auf. Einige Jahre war der Motorflug so gut wie verboten. Aus dieser Not heraus florierte die Segelfliegerei. Sie bot wenigstens, anfangs nur für Sekunden, die Möglichkeit, in die Luft zu gehen. Auch der Flugplatz Gatow verdankt seine Entstehung segelflugbegeisterten Berlinern, die vor den Toren der Stadt, kurze Sprünge mit Konstruktionen, wie dem im Hangar 3 gezeigten SG 38 machten. DaedalusDetail-SG38 a
Bald war Deutschland führend im Bau und Einsatz von Segelflugzeugen. Wenn man so will, hat die zwangsweise Beschränkung in Deutschland zu einem tieferen Verständnis aerodynamischer Zusammenhänge geführt. Konstrukteure wie Willy Messerschmitt haben ihre grundlegenden Erfahrungen in extremer Leichtbauweise an Segelflugzeugen gewonnen. Nachteilig waren dagegen die oft „über den Daumen“ konstruierten Strukturen. Bei der Messerschmitt Me 210 erwies sich später diese Entwurfsmethode als tödliche Falle, als sich die Hecksektion als strukturell zu schwach und zu klein dimensioniert erwies. Die Konsequenz aus etlichen Flugunfällen war, dass viele nagelneue Rümpfe verschrottet werden mussten und die Auslieferung des dringend benötigten Zerstörers an die Luftwaffe lange verzögert wurde.

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Oben: Auch noch während des Zweiten Weltkrieges holten sich viele angehende Piloten ihre ersten Erfahrungen auf Segelflugzeugen, hier auf dem SG 38 und dem Grunau Baby.  DaedalusDetail-SG38 b

Unten: Die erste deutsche Geheimwaffe, die während des Krieges zum Einsatz kam, war folgerichtig ein Segelflugzeug. Mit der lautlosen DFS 230 landeten Soldaten einer Spezialeinheit auf den, bis dahin als uneinnehmbar geltenden, belgischen Grenzforts und überwältigten die Besatzung.

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Oben und unten: Das wohl bekannteste „Gesicht“ der Fliegerei, die Messerschmitt Bf 109 im Hangar 3 des Luftwaffenmuseums. Eigentlich ein spanischer Nachbau, wurde diese Maschine zu einer G-2 zurückgerüstet und in den Farben des Afrika-Korps bemalt.  DaedalusDetail-Bf109G

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Unten: Aus geborgenen Wracks entstehen im Hangar 1 zwei Focke Wulf Jagdflugzeuge neu, eine FW 190 A-8 und eine D-9 „Langnase“. Der Aufwand, die Maschinen nach den strengen Maßstäben, die sich das Museum gesetzt hat, zu rekonstruieren, ist gewaltig. DaedalusDetail-FW190 b

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Oben: Durch Mausklick starten Sie eine Kamerafahrt über den Rumpf der FW 190 A-8 im Restaurationshangar.


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Oben und unten: Das erste Flugzeug, welches die 1000 km/h-Grenze durchbrach, die Messerschmitt Me 163 ist eine der vielbestaunten Attraktionen des Militärhistorischen Museums - Flugplatz Gatow. Die erforderliche enorme Antriebsleistung konnte nur mit einem Raketentriebwerk erzielt werden. Der hohe Treibstoffverbrauch ließ aber nur eine kurze Antriebsphase zu, danach wurde die Me 163 zu einem Segelflugzeug, welches keine großen Strecken bis zum nächsten Flugplatz mehr zurücklegen konnte. Diese geringe Reichweite und die Gefährlichkeit des Treibstoffes minderten die Einsetzbarkeit und  ließen den Raketenjäger nicht in großen Stückzahlen zum Einsatz kommen.   DaedalusDetail-Me163

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Oben: Nicht ausschließlich Flugzeuge, sondern auch eine Vielzahl an anderem Luftwaffengerät ist im Militärhistorischen Museum (Luftwaffenmuseum) zu sehen. Ein Entfernungsmesser steht hier vor einem Flakscheinwerfer.
Unten: Mit diesem Kettenkrad wurden bei Kriegsende unter Anderem die Strahlflugzeuge Me 262 und Arado 234 zu ihren Startbahnen geschleppt.

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Unten: Als Antrieb der ersten Strahljäger diente das Junkers Jumo 004 Triebwerk. Dieses Fundstück im Restaurierungs-Hangar 1 macht wohl die Schwierigkeiten mehr als deutlich, dem sich das Museums-Team gegenübersieht, wenn es solch ein Wrack zu einem präsentablen Schaustück herrichten möchte.  
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Der Luftkrieg ist, damals wie heute, in erster Linie ein technischer Krieg. Ein Vorteil, den sich eine Partei gerade verschafft hat, wird im nächsten Moment von einer neuen Erfindung wieder wettgemacht. Überall im Luftwaffenmuseum findet der kundige Betrachter Einzelstücke, die auf eine technische Neuentwicklung hindeuten. So weist zum Beispiel die Starthilfe Walter 109-500 auf den Siegeszug der Raketen- und Strahltriebwerke hin, der im Zweiten Weltkrieg begann.    DaedalusDetail-Walter109-500
Die im Freigelände gezeigte Radarschüssel „Würzburg-Riese“ steht symbolisch für die heftig geführte Radarschlacht zwischen Großbritannien und Deutschland.


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Oben: Die hervorragend rekonstruierte Flugbombe Henschel Hs 293, dahinter, auf dem Foto leider verdeckt, kann der interessierte Besucher eine Raketen-Antriebseinheit dieser Lenkwaffe als Schnittmodell studieren. Unten: Das Raketentriebwerk eines Aggregat 4, von den Peenemünder Technikern „Ofen“ genannt, leistete über 25 Tonnen Schub. Mit diesem Triebwerk erfolgte der Durchbruch zur brauchbaren Flüssigkeitsrakete. DaedalusDetail-OfenA4
Die Spitze der Rakete daneben enthielt im oberen Teil etwa 900 kg Sprengstoff. Der Sprengkopf ist geschnitten, so dass sich alle Einzelheiten erkennen lassen. Darunter befindet sich die Steuereinheit des Geschosses, interessanterweise hat diese Einheit etwa die gleiche Größe, wie bei der 20 Jahre moderneren Pershing-Rakete, die in der Sonderausstellung im Hangar 7 gezeigt wird.

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Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gingen beide Großmächte schnell daran, ihr Luftwaffengerät den neuen Erfordernissen anzupassen. Dabei nutzten sowohl Amerika, als auch die Sowjetunion, die erbeuteten Erkenntnisse der deutschen Luftfahrtforschung über die Vorteile des gepfeilten Flügels. Die F-86 flog zum ersten mal im Oktober 1947, im Dezember folgte der Erstflug der MiG 15. Die beiden erfolgreichen Jagdflugzeuge, die so entstanden, dienten aber verschiedenen taktischen Grundsätzen. Amerika verfügte über eine mächtige Bomberstreitmacht, die tief in die Sowjetunion eindringen und mit der Atombombe verheerende Schläge austeilen konnte. Zum Schutze dieser Bomber wurde ein Begleitjäger benötigt, der über möglichst große Reichweite und über ein eigenes Radar verfügen musste, um anfliegende Abwehrjäger frühzeitig zu erkennen. Diese Maschine wurde für den Kampf unter Jagdflugzeugen mit sechs 12,7 mm Maschinengewehren ausgerüstet, mit denen lange Feuerstöße mit großer Geschoßmenge abgegeben werden konnten.
Die UdSSR fürchtete diese Bomber, zumal sie (vorerst) ohne eigene Atombombe und ohne Bomberflotte keine Möglichkeit zur Vergeltung besaß. Die MiG 15 war als Abwehrjäger zum Schutz des Heimatlandes konzipiert worden. Mit einem etwa gleich starkem Triebwerk, stieg sie aber dank geringerem Gewichtes viel schneller und höher als die „Sabre“. Ein eigenes Radar wurde nicht benötigt, da sie bodengeführt über eigenem Territorium operieren sollte. Ihre Bewaffnung mit großkalibrigen Kanonen war primär zur Zerstörung von Bombern ausgelegt.
Im Koreakrieg trafen diese beiden Strahljäger dann schließlich direkt aufeinander. Die höhere Abschussquote der „Sabre“ wird verschiedenen Ursachen zugeschrieben, neben den unterschiedlichen technischen Auslegungen, etwa der besseren Ausbildung der amerikanischen Piloten. Eine erbeutete MiG wurde ausgiebig getestet, die hervorragenden Leistungen riefen allgemeines Erstaunen über den hohen Stand der sowjetischen Luftfahrtindustrie hervor.

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Oben: Dank der erbeuteten Messerschmitt-Erkenntnisse über die Pfeilflügel erhielt die F-86 hervorragende Flugeigenschaften. Das Militärhistorische Museum Berlin-Gatow ist stolzer Besitzer von vier verschiedenen Maschinen dieses Typs.

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Oben und unten: In der Sowjetunion wurden die erbeuteten Erfahrungen mit den gepfeilten Tragflächen ebenfalls schnell umgesetzt. Die MiG 15 ist auch heute noch eine wahre Schönheit, sie entstand in einer Zeit in der noch galt: Was gut aussieht - fliegt auch gut. Heute gelten ästhetische Grundsätze nicht unbedingt für alle Fluggeräte. Beim zweisitzigen Trainer, wie im Hangar 3 zu sehen, haben die schlanken Linien der MiG 15 allerdings etwas verloren.

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Im Hangar 3, als auch auf dem Freigelände, des Luftwaffenmuseum Gatow können wir diese beiden ehemaligen Gegner genau vergleichen. Beide verfügen über Tragflächen mit ähnlicher Pfeilung, die MiG verzichtet jedoch auf Vorflügel und sichert die Anströmung mit jeweils zwei Grenzschicht-Zäunen. Bei größerer Wendigkeit in niedriger Höhe war die „Sabre“ auch die ruhigere Schussplattform, was manchmal auf das tiefliegende Höhenleitwerk zurückgeführt wird. Die Luftbremsen der F-86 waren effektiver und ein wichtiger Faktor im Luftkampf, die Bremsen der MiG 15 sind kleiner und liegen direkt hinter der Tragfläche des Mitteldeckers, was die Wirkung verschlechtert.
Nach den Erfahrungen des Koreakrieges gingen alle Beteiligten daran völlig neue Jets zu entwickeln. Ab Mitte der fünfziger Jahre wurde wirklich jedes mögliche Entwurfskonzept ausprobiert. Eines war deutlich geworden, durch den Strahlantrieb waren viele Grundsätze des Luftkrieges aus dem Zweiten Weltkrieg überholt.

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Oben: Ebenfalls mit Pfeilflügeln versehen, leistete die Republic F-84 F erstaunliches, sie konnte eine gewaltige Kampflast mit sich schleppen. Unten: Auch die Aufklärer wollten dieses erfolgreiche Kampfflugzeug fliegen. Dazu wurde die Kamera-Ausrüstung in die Nase eingebaut, der Lufteinlauf musste also geteilt und in die Flügelwurzeln zurückverlegt werden – fertig war die Republik F-84 RF. In welchem anderen Luftfahrtmuseum kann man schon mehrere Versionen eines Flugzeuges so direkt mit einander vergleichen?

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Ein Jet der wirklich allerersten Generation sehen wir mit der T-33, welche aus dem ersten amerikanischen Strahlflugzeug, der F-80 „Shooting Star“ entwickelt wurde. Im Koreakrieg den MiG 15 hoffnungslos unterlegen wandelte sich diese Maschine zu einem robusten und beliebten Trainer, der lange Jahre weltweit Flugschülern die ersten Erfahrungen mit Strahltriebwerken ermöglichte.
Unter den auf dem Außengelände gezeigten Maschinen finden wir einige britische Muster, die „Hunter“, eine „Lightning“ und den „Harrier“. Vor seiner Bestimmung als Luftwaffenmuseum war Gatow lange Jahre der britische Luftstützpunkt im eingeschlossenen Berlin-West. Nach den alliierten Bestimmungen durften keine Kampfflugzeuge in Berlin stationiert werden, so sind diese Ausstellungsstücke der RAF keine „ehemaligen Gatower“, sondern flogen in NATO-Verbänden der Royal Air Force in Westdeutschland.

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Im Freigelände sind die ausgestellten Flugzeuge ständig der Witterung ausgesetzt. Dies führt zwangsläufig dazu, dass etliche Maschinen nicht mehr taufrisch, einige sogar recht traurig aussehen. Die Mitarbeiter des Militärhistorischen Museums stemmen sich so gut es geht gegen diesen schleichenden Verfall an. Im Hangar 1 wird zum Beispiel gerade eine seltene Fiat G-91 „Gina“ in der Version als Zielschlepper restauriert. Die schon angesprochenen begrenzten Räumlichkeiten und natürlich die spärlichen Finanzmittel und enge Personalausstattung machen es aber unmöglich, alle Flugzeuge gleichzeitig im Topzustand zu zeigen. Niemanden schmerzt dies mehr als die Mitglieder des Museums-Teams. Das Luftwaffenmuseum wäre daher dankbar für jede finanzielle Gabe oder sonstige Hilfeleistung zur Unterstützung seiner wichtigen Arbeit. Es wäre doch schön, wenn auch künftige Generationen noch durch diese einmalige Ausstellung wandern könnten.

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Oben und Unten: Aus ähnlichen Ausschreibungsbedingungen entstehen meist ähnliche Flugzeuge. Die Forderung nach einem zweistrahligen mittleren Bomber brachte in der UdSSR die Il-28 hervor. Im Westen dagegen erfüllte die „Canberra“ gleiche Aufgaben. Bei der Bundesluftwaffe flog sie allerdings, der Anstrich deutet darauf hin, als Vermessungsflugzeug.

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Die Lehren aus dem Koreakrieg wurden schnell in Neuentwicklungen umgesetzt. Im Osten folgten der MiG 15 und 17 schnell die MiG 19 und schließlich die MiG 21 nach. Im Westen gelang mit dem „Starfighter“ ein großer Wurf. Mehrere europäische Länder setzen die Maschine ein und bauen sie zum Teil auch in Lizenz selbst. Nun ist der „Starfighter“ aber als sehr schneller Interceptor für große Abfanghöhen konzipiert worden. In Europa soll er dagegen eher in mittleren Höhen und sogar als Jagdbomber eingesetzt werden. Die europäische Witterung kommt der Schönwettermaschine auch nicht gerade entgegen. Vielleicht ist das Flugzeug für die eben erst gegründete Luftwaffe auch noch zu „heiß“ – die Abstürze häufen sich, die F-104 wird zum „Witwenmacher“. Die junge Luftwaffe hat ihre erste große Krise zu bestehen. Von den 916 gelieferten Maschinen gehen 292 verloren und nehmen 116 Piloten mit in den Tod. Mit verbesserter Ausbildungsrichtlinie und neuen Schleudersitzen wird die Krise schließlich gemeistert. Diese bittere Erfahrung ist eine Lehre für die Zukunft – Umrüstungen im Eilverfahren wird es nie wieder geben.  DaedalusDetail-F-104
Wenn wir den „Starfighter“ jetzt im Militärhistorischen Museum - Flugplatz Gatow bewundern, sehen wir in erster Linie ein ästhetisch einmaliges Jagdflugzeug mit immer noch futuristischen Linien, eben die „Rakete mit einem Menschen an Bord“. An dieser Stelle sollten wir Besucher uns einmal vergegenwärtigen, dass auch modernste Technik nur unter Einbeziehung des Menschen funktionieren kann, sonst hat dies fatale Folgen.

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Oben und Unten: Den Weg zum Hangar 3 weist die imposante „Starfighter“-Variante „Zero Length Launch“ mit Feststoff-Startrakete. Auch nach Zerstörung der Startbahnen bei einem Krieg in Mitteleuropa hätten diese Maschinen, mit nuklearen Sprengköpfen bewaffnet, starten können. Das gewaltige Feststoffbooster hätte den „Starfighter“ ohne einen Meter Rollstrecke in die Luft getragen.

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Die ständige Bedrohung durch einen möglichen Atomschlag mit Fernbombern, beeinflusste in der Sowjetunion die Entwicklung von Jagdflugzeugen. Mit der MiG 21 wurde eines der erfolgreichsten Flugzeuge der Welt geschaffen. Eine phantastische Steigleistung sollte sie zum Abfangen hochfliegender Bomber befähigen. Mit ihren Dreiecksflügeln ist die MiG 21 eigentlich ein Deltajäger, das separate Höhenleitwerk garantiert aber eine große Manövrierfähigkeit. Der hohe Treibstoffverbrauch begrenzte die Reichweite aber so stark, dass die Tankkapazität, unter Wegfall der Bordkanonen, erhöht werden musste. Ursprünglich noch ohne eigenes Radar war die Maschine so auf Bodenführung und auf die unzuverlässigen Bordraketen angewiesen. Das beständige Suchen nach einer optimalen Lösung für die anstehenden militärischen Probleme haben eine kaum zu überblickende Zahl von Untervarianten dieses Typs hervorgebracht. Wieder ist das Museum in Gatow in der einzigartigen Lage, mehrere Versionen dieser wichtigen Maschine zu zeigen.
In verschiedenen Konflikten wurde die MiG 21 eingesetzt, bekannt ist ihre Rolle im Vietnamkrieg und in den Auseinandersetzungen um Israel und im arabischen Raum. Einige Gegner dieser Luftkämpfe stehen ebenfalls in Gatow, wie die „Hunter“, die „Mystere“ und die „Phantom“. Während des Kalten Krieges stand der MiG auf Seiten der Bundesluftwaffe natürlich der „Starfighter“ gegenüber. Während die amerikanische Konkurrenz in einigen Aspekten bessere Leistung vorzuweisen hatte, war die robuste MiG den mitteleuropäischen Witterungsbedingungen doch besser angepasst.

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Oben: Der charakteristische Lufteinlauf der MiG 21. Das Militärhistorische Museum Gatow kann mehrere Varianten dieses erfolgreichen Überschalljets zeigen, hier ist die zweisitzige Version zu sehen. Im Gegensatz zu den ersten Ausführungen ist die lange Pilotsonde oben am Bug, neben dem kleinen Staurohr, befestigt. Der vergrößerte Lufteinlauf kann jetzt auch ein Radar aufnehmen. Durch die kleine, hier geschlossene, Klappe unter dem Staurohr kann ein Teil der vorne eingesaugten Luft wieder abgeblasen werden. Unten: Zur technischen Ausbildung diente diese geschnittene MiG 21 bei den Luftstreitkräften der DDR. Im Hangar 3 kann man in aller Ruhe das Innenleben studieren.  DaedalusDetail-MiG21

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Oben: Gegner der MiG 21 in zahlreichen Luftkämpfen – die „Phantom“, die noch heute bei der Luftwaffe im Einsatz ist und nach und nach vom „Eurofighter“ abgelöst wird.. Unten: Im Militärhistorischen Museum Gatow sind gleich zwei verschiedene Maschinen des schicken „Hansajet“ zu bestaunen. Hier sehen wir die M-Version (WerkNr. 1063) , welche als Trainer für Elektronische Kampfführung genutzt wurde.  DaedalusDetail-HFB320

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Während die meisten Luftwaffen-Gerätschaften der beiden deutschen Luftwaffen aus den Arsenalen des jeweils großen Bündnispartners stammen, ist die HFB 320 „Hansajet“ eine der wenigen eigenen deutschen Kreationen. Die typisch deutsche Entwicklungslinie im Flugzeugbau ist mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges abgerissen. Nach dem wirtschaftlichen Wiederaufbau entstand in Ost und West auch eine neue Luftfahrtindustrie, die sich anschickte mit eigenen Strahl-Verkehrsflugzeugen an alte Erfolge anzuknüpfen und den Weltmarkt zu erobern. Mit einer gewissen Überheblichkeit wurden die damaligen Entwurfsstandards ignoriert.
„Das können wir besser!“ war offenbar die Devise in beiden deutschen Staaten. In der DDR wurde von den ehemaligen Junkerskonstrukteuren die Baade 152 als Hochdecker mit Zentralfahrwerk entworfen - und blieb chancenlos. In der Bundesrepublik erhielt die VFW 614 ihre Triebwerke auf die Tragflächen gesetzt und die Flächen der HFB 320 wurden vorwärtsgepfeilt – auch diese Ergebnisse sind bekannt. Beide westdeutschen Strahlflugzeuge wurden schließlich von der Flugbereitschaft der Luftwaffe eingesetzt. Zwei HFB 320 „Hansajet“ in Gatow überzeugen jeden Betrachter mit ihrer eleganten Linienführung. Leider ist noch keine VFW 614 im Luftwaffenmuseum gelandet, eine schmerzliche Lücke, die hoffentlich bald geschlossen wird. 
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Auf dem Freigelände des Militärhistorischen Museums (Luftwaffenmuseum) Gatow sind auch einige Flugkörper ausgestellt. Als Weiterentwicklung der V-1 konnte der „Matador“ mit einem konventionellen oder nuklearen Sprengkopf bestückt werden. Das Strahltriebwerk hat seinen Lufteinlauf unter dem Rumpf. Interessant, aber schwer zu sehen, sind die Finger-Fowler auf den Tragflächen anstelle von Querrudern. Gestartet wurde entweder aus verbunkerten Stellungen oder von mobilen Startplattformen mittels eines starken Feststoffboosters. Ferngeschosse übernahmen von den Flugzeugen einen Teil der Aufgaben, Sprengladungen ins gegnerische Hinterland zu tragen. Boden-Boden-Raketen sind dabei traditionell den Landstreitkräften, gewissermaßen als erweiterte Artillerie, zugeordnet. In der Bundeswehr waren die Pershing-Raketen aber der Luftwaffe unterstellt. Eine solche Luftwaffen-„Pershing“ mit Begleitfahrzeug ist natürlich auch zu besichtigen.
Ein auf dem Freigelände ausgestelltes Dreier-Startgestell mit „Nike-Herkules“ Luftabwehrraketen zeigt sehr schön die Feststoff-Variante dieses Typs. Die ältere Version „Nike-Ajax“ mit flüssigkeitsgetriebener Oberstufe steht zum Vergleich davor. Die sowjetische Konkurrenz SAM setzt ebenfalls auf Flüssigtreibstoffe in der Oberstufe, sie kann ein paar Meter weiter betrachtet werden.


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Die Marineflieger der Bundeswehr sind neben der mächtigen „Atlantic“ durch deren Vorgänger Fairey „Gannet“ vertreten. Diese bullige Maschine wurde in Großbritannien für den Trägereinsatz konzipiert und diesen Ursprung kann sie keinesfalls verstecken. Aus Sicherheitsgründen musste die Maschine mit zwei Triebwerken ausgelegt werden, um sie dennoch klein zu halten, zwängte man beide Turboprops in den Rumpf und ließ sie auf einen riesigen Doppelpropeller arbeiten. Die, bei Trägermaschinen üblichen, Faltflächen sind an dem Gatower Exemplar gut gezeigt – eine Fläche ist angeklappt, eine im Flugzustand ausgeklappt. Der Fanghaken und die bei Trägermaschinen notwendigen massiven Fahrwerke sollten beachtet werden.
Einen Träger fliegt man immer mit Vollgas an, um notfalls durchstarten zu können, und lässt die Maschine etwas zu hoch anfliegen, um bei Deckbewegungen durch Seegang genügend Spielraum zu haben. Dann wird die Maschine in die Fangseile fallengelassen, sie schlägt also förmlich auf dem Deck auf, daher die scheinbar überdimensionierten Fahrwerke. Übrigens, wenn Sie, egal wo auf der Welt, Jemanden aus einem Marineflugzeug aussteigen sehen, nennen Sie ihn „Flieger“ („Flyer“), die Bezeichnung „Pilot“ gilt bei Marinefliegern als Beleidigung!

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Der Natur der Sache nach sind die überwiegende Anzahl der in Gatow gezeigten Fluggeräte Starrflügler, doch auch für Helikopterfans gibt es einiges zu sehen. Beide deutsche Luftstreitkräfte setzten verstärkt Hubschrauber zum Transport und für Kampfaufträge ein. Von den aus sowjetischen Arsenalen stammenden Geräten sei hier nur die Mi-8 in der Seenotrettungsversion und die Mi-24 mit dem NATO-Code „Hind“ genannt. Der schwerbewaffnete Kampfhubschrauber, der durch seine Einsätze in Afghanistan berühmt wurde, sieht wie ein wirklich gefährliches Insekt aus.
Von der Bundesluftwaffe sind ebenfalls etliche Heli-Muster zu sehen, besonders stolz kann das Militärhistorische Museum - Flugplatz Gatow auf seinen seltenen Boeing Vertol H-21 „Banane“ sein. Des Weiteren sind UH-D1, eine „Alouette“ und der moderne Bo-105 zu besichtigen.

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Zu den größten Exponaten in Gatow gehören natürlich die Transporter. Da noch kein „Airbus“ im Militärhistorischen Museum steht, werden die Transportverbände durch die deutsch-französische „Noratlas“ einerseits und die An-26 andererseits vertreten. In den Fünfziger Jahren war die Auslegung mit zwei Leitwerksträgern, wie bei der „Noratlas“, für Transporter einmal modern.  DaedalusDetail-Noratlas
Vom freien Zugang zum Rumpfheck versprach man sich schnellere Umschlagzeiten und leichtere Beladung. Heute hat sich allgemein die breite Heckklappe, wie wir sie an der Antonow An-26 sehen, durchgesetzt.

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Großbritannien versuchte sich schon früh an einem Jäger mit zentralem Lufteintritt und Einlaufkonus, wie sie später bei sowjetischen Maschinen zu finden sind. Nach den ersten Entwürfen von 1947 und Versuchsmustern von 1954, entstand 1957 die BAC „Lightning“. Die beiden Triebwerke sind übereinander angeordnet, so erklärt sich der hohe Rumpfaufbau. Das dezente „Bäuchlein“ der in Gatow stehenden Maschine enthält den größeren Treibstofftank der späteren Ausführungen. Trotz dieses unschönen Anbaus bringt es die Lightning“ noch auf zweifache Schallgeschwindigkeit.

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Oben: Diese SU-22 des Marinfliegergeschwaders 28 der Luftstreitkräfte der DDR trägt den „Abschieds-Sonderanstrich“ in den Farben Mecklenburg-Vorpommerns. Zum Schutz vor der zu erwartenden heftigen Raketen-Gegenwehr angegriffener Schiffe verfügt die Maschine über Flare-Behälter an der Rumpfoberseite.   DaedalusDetail-SU-22

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Oben: Im Hangar 3 wird das MRCA „Tornado“ der Luftwaffe präsentiert. Als europäische Gemeinschaftsentwicklung fliegt sie in den Luftstreitkräften Italiens und Deutschlands, sowie in der RAF und erfüllt dort ein breites Spektrum an Aufgaben. Abfangjäger, Luftüberlegenheitsjäger, Jabo, Bomber, Marineflugzeug, Aufklärer und Schulmaschine sind die Einsatzbereiche, in denen der „Tornado“ sein Können zeigt.

Unten: Am Eingang zum Militärhistorischen Museum - Flugplatz Gatow sehen wir schon eine von mehreren Reihen mit vielen faszinierenden Flugzeugtypen. Rechts steht das Towergebäude, in dem unter Anderem Ausstellungen mit Uniformen auf den Besucher warten. Weiter hinten liegt der Hangar 3 mit den historischen Flugzeugen.

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Ein Besuch in Gatow lohnt immer !

Dieser kurze Rundgang hat hoffentlich die Lust geweckt, die ganze Pracht einmal selbst in voller Schönheit zu sehen. Wer schon einmal in Gatow war – nehmen Sie sich doch ein paar Freunde mit und teilen Sie mit ihnen das Erlebnis militärische Luftfahrtgeschichte in einmaliger Präsentation zu genießen. Das Militärhistorische Museum - Flugplatz Gatow freut sich auf Ihren Besuch!



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Text: Uwe W. Jack .
Alle Fotos: Mit freundlicher Genehmigung des Militärhistorischen Museums - Flugplatz Gatow.